Wenn Kinder verletzende Dinge sagen – 5 hilfreiche Gedanken und wie du reagieren kannst

Wenn Kinder schockierende Dinge sagen

Neulich. Im Auto. Ohne Vorwarnung: „Papa, du sollst sterben. Ich find dich Kacke und ich hab dich nicht lieb.“ Stille. Whow. Es gibt kaum Momente, in denen ich sprachlos bin. Aber als ich diese Worte aus dem Mund meines Dreieinhalbjährigen hörte, war ich es. Wie erstarrt. Mein Hals schnürte sich zu. Ich war schockiert. Und wurde ein wenig sauer. Am liebsten hätte ich in meiner Empörung gesagt: „Weißt du überhaupt, was du da sagst?! Das ist richtig, richtig schlimm!“ 

Dabei weiß ich, dass die Worte meines Sohnes nicht wortwörtlich zu verstehen waren. Und ich ahnte in dem Moment, dass eine Verurteilung oder ein Maulkorb Zensur keine hilfreichen Reaktionen gewesen wären. Denn er wollte mit diesen (für uns) harten Worten einfach etwas Wichtiges sagen.

Aber diese Aussage so stehen lassen?!

Ich entschied mich für ein kurzes Schweigen und Durchatmen. Erstmal meine Gefühlsregungen abwarten. Zeit gewinnen und kurz nachdenken. Das Bild vom Eisberg fällt mir in solchen Momenten immer ein: „Erstmal nicht bewerten. Lieber schauen, was darunter steckt.“  

Nach meiner kurzen (Schock-)Starre sagte ich dann vorsichtig zu meinem Sohn: „Oh. Wow. Du musst dich ganz schön über Papa geärgert haben, wenn du so etwas sagst. Was ist denn los?“

Ich gebe zu, ganz neutral waren meine Gefühle dabei noch immer nicht. Mir war flau und meine Knie zitterten ein wenig. Denn es hat mich selbst verletzt, meinen Sohn so etwas sagen zu hören. Aber hey, ich bin auch ein Mensch mit Gefühlen.

Später am Abend habe ich noch lang darüber nachgedacht. Ich glaube nämlich, dass wir nun das nächste Level in der Kindesentwicklung erreichen. Es werden immer wieder Situationen kommen, in denen unsere Kinder schockierende Dinge sagen oder Sätze, die andere Menschen provozieren oder verletzen können. Und vielleicht hast du auch schon die eine oder andere Situation mit deinem Kind erlebt.

In diesem Artikel schreibe ich für dich meine wichtigsten Erkenntnisse nieder, die dir eine kleine Hilfe sein können, wenn du ähnliche schwierige Situationen mit deinem Kind respektvoll meistern möchtest. Anschließend gibt es auch ein paar Tipps plus Beispiele, wie du auf verletzende oder respektlose Aussagen deines Kindes souverän und einfühlsam reagieren kannst.

5 hilfreiche Gedanken wenn dein Kind schockierende, respektlose oder verletzende Dinge sagt

1. Manche Sätze deines Kindes triggern dich.

Sei dir zunächst bewusst, was in dir passiert, wenn dein Kind bestimmte Dinge sagt, die du (oder auch die meisten anderen Menschen) als schockierend, tabu, verletzend oder unhöflich empfindest.

Sie triggern deinen moralischen Kompass oder wunde Punkte bzw. alte Themen in dir: 

  • „Ich werde nicht geliebt.“
  • „Ich mache anscheinend alles falsch.“
  • „Niemand dankt mir irgendetwas.“
  • „NEIN! Diese oder jene Haltung ist doch total falsch.“
  • „Sowas darf man doch nicht sagen oder denken – das ist absolut tabu!“
  • „Was sollen denn die Leute denken?“ (Ein Klassiker.)

Und ganz häufig triggern respektlose Sätze unserer Kinder eine sehr große Angst in uns: Die Angst, als Eltern zu versagen.

So ging es auch mir im ersten Moment, als mein Sohn vom Sterben sprach. Ich dachte direkt: „Oh Mann, hab ich irgendwas falsch gemacht, dass er so etwas Schlimmes sagt?“

Klar sind manche Dinge, die unsere Kinder sagen, für uns schwierig, verletzend oder triggernd. Aber: Die Gefühle, die die Worte in uns auslösen, sind unsere. Und die dazu gehörigen Ängste und wunden Punkte gehören ebenso zu uns. Nur wir tragen die Verantwortung für unsere Themen und Gefühle. Nicht unser Kind.

Wichtig ist es, dass du erkennst, wenn du getriggert bist und deine Gefühle und körperlichen Reaktionen bewusst wahrnimmst. 

Du möchtest mehr über das Thema Trigger erfahren? Dann lies gern meinen Artikel „Erziehen ohne Schreien: Kennst du deine Trigger?“ Darin findest du auch eine sehr hilfreiche Übung zur Selbstreflexion.

Der allerwichtigste Tipp, den ich nicht müde werde, immer wieder zu erwähnen: Reagiere nicht, wenn du getriggert bist. Atme durch. Halte kurz inne. Warte deine ersten Regungen ab.

2. Kein Gefühl ist falsch und jedes Gefühl ist willkommen.

Klar, wir denken: „So etwas kannst du doch nicht sagen! Das ist total gemein und schlimm! Das kannst du doch unmöglich ernst meinen!“ 

Aber sagen? Lieber nicht. Auch ein Vorwurf wie „Guck mal, Papa ist jetzt total traurig/sauer…“ wäre als erste Reaktion in meiner Situation nicht zu empfehlen gewesen. Ebenso wenig wie ein verletzter Rückzug bzw. Ignorieren meines Kindes als Strafe

Warum?

In dem Moment, in dem wir verurteilen oder unser Kind mit seiner Aussage abblocken, kappen wir unsere Verbindung zu unserem Kind und schließen eine sehr wichtige Tür. Die Tür zu Verständnis. Und die Tür, hinter der unser Kind uns als ihre Vertrauensperson immer mit offenen Armen, Herzen und Ohren sehen kann. Zu einem Raum, in den es jedes Thema und Tabu mitbringen darf. 

„Du darfst mir alles sagen. Wirklich. Alles.“

Diese offene Tür ist pures Gold. Nicht nur, wenn unsere Kinder älter werden. Denn sie müssen sich nicht für etwas falsch fühlen, das sie sagen, tun oder empfinden. Und sie müssen nichts vor uns verstecken.

Es gibt keine falschen Gefühle oder Gedanken und alle sind willkommen. (Deine im Übrigen auch.)

3. Neugier statt Verurteilung.

Auch, wenn es nicht immer direkt einfach ist: Versuch, vom ersten „Whow…“ direkt über in einen neutralen Raum von Neugier und Offenheit zu gehen und dir zu sagen: 

„Okay, ich möchte mehr darüber wissen. Ist irgendetwas passiert? Wo kommt das Gefühl her? Was ist da gerade los bei dir?“ 

Dabei stehen diese Fragen im Fokus:

  • Wie fühlt sich mein Kind?
  • Was braucht es?
  • Was möchte es mir sagen?

Bewertungen, Verurteilungen oder Angst sollten nicht dazwischen liegen. Über die Art, wie dein Kind sich ausgedrückt hat und welche Gefühle die Sätze bei anderen Menschen auslösen (können), lässt sich später besser sprechen. Sobald das Bedürfnis deines Kindes aufgedeckt und dein Kind durch deine – bildlich gesprochen – offene Tür gegangen ist und dein Vertrauen spürt.

Connection before Correction.

Dr. Laura Markham, Peaceful Parent, Happy Kids.

Also: Verbinde dich mit deinem Kind und dann erst kommt ein geeigneter Zeitpunkt für Feedback und Lernen.

4. Du musst keine perfekte Antwort parat haben.

Diese Haltung von Offenheit und Neugier wird einfacher, wenn du dir erlaubst, nicht immer zwingend mit einer perfekten Antwort um die Ecke kommen zu müssen. Nein. Es geht erstmal ums Zuhören und Verstehen.

Denn was erzeugt in solchen Momenten bei uns Stress? Der Gedanke: „Oh Mist, ich muss das jetzt irgendwie gerade biegen. Was sag ich jetzt bloß?“

Oder Selbstanklage: „Was hab ich denn bloß falsch gemacht, dass mein Kind sowas sagt?!“

Mit diesen Gedanken landen wir ganz schnell beim Verurteilen und geben unserem Kind die Botschaft mit: „Sowas darfst du nicht sagen, denken oder fühlen!“ Und die goldene Tür ist zu. Damit gehst du in den Widerstand und dein Kind stellt sich dagegen. Zwei Fronten bilden sich. Und niemand lernt daraus.

Blöd.

Also: Erlaube dir, erstmal nichts zu sagen und in eine nachfragende Haltung zu gehen. Und das Wichtigste, das wir leider oft vergessen: Zuhören.

5. Manchmal stecken auch Neugier oder Provokation dahinter.

Wenn Kinder schockierende oder respektlose Dinge sagen, dann versuchen sie manchmal auch, bewusst Reibung zu erzeugen. Einen interessanten Gedanken dazu habe ich im (englischsprachigen) Podcast Unruffled von Janet Lansbury gehört:

Oft werden Kinder neugierig, wenn sie uns triggern. Sie merken, sie haben einen Nerv bei uns getroffen. Und das kann so weit gehen, dass sie drücken und drücken, um die wunden Punkte zu erkunden, die sie bei ihren Eltern entdeckt haben. Das geschieht nicht aus böser Absicht, sondern aus purem Entdecker- und Forschergeist. Sie wollen lernen und ein ganz tiefes Verständnis von der Welt und vom Menschsein bekommen. Und vor allem von den für sie so wichtigen Menschen: Uns. (…) Gleichzeitig wollen Kinder etwas über ihre eigene Macht lernen, die sie an uns ausüben, wenn sie uns triggern.

Soziales Lernen also. In seiner Reinform. Sehr wichtig, aber für uns manchmal auch alles andere einfach. 

Lass uns Situationen wie diese als Lernchancen betrachten und ihr Potenzial erkennen.

Denn jetzt hast du hast die Chance, deinem Kind zu zeigen:

  • dass es dir alles sagen darf, ohne dass du es verurteilst oder zensierst (= deine goldene offene Tür),
  • dass du von dem, was es sagt und fühlt, nicht überfordert bist und ihm Orientierung und Leitplanken geben kannst (= Sicherheit),
  • wie es Bedürfnisse respektvoll zum Ausdruck bringen kann, indem du die Aussage in Bedürfnisse und Gefühle übersetzt und alternative Ausdrucksweisen vorschlägst (= Lernen).

Keine große Sache daraus machen, denn: Es ist meist nur eine Momentaufnahme.

Manchmal erkunden Kinder also unser Verhalten – besonders gern bei Dingen, die uns sehr wichtig sind. Es beginnt als Erkundung aus Neugier. Und wenn dein Kind merkt, dass es deinen Nerv getroffen hat und du die Sache groß werden lässt, wird sie für dein Kind spannend. Und die Situation kann sich hochschaukeln.

Wenn wir verhindern können, getriggert zu werden und es schaffen, mit Neugier und Offenheit auf unser Kind reagieren zu können, dann wird es weniger wahrscheinlich, dass unser Kind uns immer wieder mit diesem Thema oder derartigen Aussagen provoziert. Deine offene Haltung kann vieles verhindern.

Janet Lansbury in „Unruffled“ (Podcast)

Und auch, wenn Kinder Aussagen meist absolut formulieren:

  • „Ich hasse unsere Nachbarin“,
  • „Mama, ich find dich blöd. Geh weg!“
  • „Papa, du bist ein böser Mann“,

drücken sie in aller Regel nicht ihre grundsätzliche Meinung aus, sondern ein Gefühl, das sie in dem Moment aus einem bestimmten Grund empfinden.

Ihre Aussage ist also nicht nur eine Momentaufnahme, sondern meist auch auf etwas Spezifisches bezogen. Vielleicht hat dein Kind Angst vor der Nachbarin, weil es gesehen hat, wie sie mit ihrem Hund unsanft umgegangen ist. Oder du hast dein Kind in seinem (für es wichtiges) Spiel gestört. Oder es ist ein Gefühl von Traurigkeit darüber, dass der Papa zu wenig Zeit zum Spielen hat.

Für mich ist es wichtig, zuallererst genau da anzusetzen, statt die Art der Formulierung zu verurteilen.

An dieser Stelle möchte ich auch gern eine Lanze für unsere Kinder brechen, denn ich unterstelle ihnen grundsätzlich unschuldige Absichten.

Wir Erwachsene empfinden und interpretieren bestimmte Worte oder Aussagen als respektlos oder verletzend. Deshalb ist es für uns tabu, bestimmte Dinge zu sagen – und wir haben wenig Verständnis dafür, wenn sie jemand anderes ausspricht. Dennoch können wir derartige Aussagen eines Kindes nicht mit denen von Erwachsenen gleichsetzen. Warum nicht?

  • Grund 1: Die Aussagen deines Kindes sind meist „schwarz“ oder „weiß“ und gleichzeitig nicht im absoluten Sinn gemeint. Deshalb spiegeln sie auch nicht ihre Weltsicht für die nächsten Jahre wider. Das zu wissen dürfte uns helfen, etwas entspannter mit den Aussagen umzugehen.
  • Grund 2: Kinder dürfen erst noch lernen, wie Worte auf andere Menschen wirken können. Und das ist ein Prozess, bei dem es auch oft mal zu Fehltritten kommt – und kommen darf.

Damit kommen wir zum letzten wichtigen Punkt.

Bei besonders verletzenden und respektlosen Aussagen sind sofort klare Grenzen notwendig.

Sicher, wir helfen unseren Kindern, sich respektvoll auszudrücken, indem wir ihre Aussagen in Gefühle und Bedürfnisse übersetzen.

Für besonders verletzende Worte und Aussagen, die z.B. rassistisch, diskriminierend oder persönlich angreifend sein können, braucht dein Kind darüber hinaus auch Grenzen, die du direkt in der Situation setzt. Das gilt auch und ganz besonders, wenn dein Kind schockierende Dinge in der Öffentlichkeit sagt. Dann würde ich mein Kind zur Seite nehmen und so etwas sagen wie:

„Du, mein Schatz, darfst mir alles sagen, was du denkst, aber ich kann nicht zulassen, dass andere Menschen beleidigt werden. Solche Worte sind verletzend.

Dazu möchte ich dir etwas erklären…“

Klare Grenzen zu setzen ist in meinen Augen deine große Verantwortung – und nicht zuletzt ein wichtiger Dienst an deinem Kind. Denn auch, wenn die Absichten deines Kindes harmlos sind, können bestimmte Fauxpas zu sozialen Sanktionen führen.

Wie kannst du dich also verhalten, wenn dein Kind etwas Schockierendes, Verletzendes oder Unhöfliches gesagt hat?

Zuallererst erinnere ich mich in schwierigen Momenten gern an diesen Gedanken:

Die Kinder, die Liebe gerade am nötigsten brauchen, werden diese auf die liebloseste Art einfordern.

The Gottman Institute

(Im Übrigen denke ich, dass dies nicht nur auf Kinder zutrifft.)

Also, am besten eine liebevolle Haltung wählen: Choose Love.

Hier eine Idee, wie du empathisch, respektvoll und mittels gewaltfreier Kommunikation auf dein Kind reagieren kannst:

  1. Eigene Gefühle wahrnehmen und regulieren.
  2. Nicht bewerten oder urteilen.
  3. Neugierige, offene Haltung zeigen. Nachfragen und Zuhören.
  4. Aussage deines Kindes übersetzen in Gefühle und Bedürfnisse.
  5. Über Wortwahl und eigene Gefühle (oder Gefühle anderer betroffener Personen) sprechen, ggf. Grenzen kommunizieren.

Zu den Themen Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern und Grenzen setzen wird es in Kürze ausführliche Artikel geben. Du möchtest auf dem Laufenden bleiben und keinen neuen Blogartikel verpassen? Dann melde dich gern für meinen Newsletter an!

Also, bezogen auf mein Beispiel: Wie könnte das Feedback an meinen Sohn aussehen?

Kind sagt verletzende respektlose dinge wie reagieren

Später am Abend, wieder zu Hause und ein paar Stunden nach unserem Gespräch sagte unser Sohn: „Papa, ich hab Quatsch erzählt.“ Eine Umarmung. Und große Erleichterung bei mir. Oh, Mann.

Und wenn du doch schon „geurteilt“ hast?

Aber nicht immer sind wir kontrolliert und bewusst. (Da nehme ich mich nicht aus.) Manchmal sprudelt es doch einfach aus uns heraus, wie schlimm und verletzend wir die Worte unseres Kindes finden und dass es sich doch überlegen sollte, was es sagt.

Wir wehren die Aussage unseres Kindes also ab. Und wumms, unsere goldene Tür ist zu. Wie können wir dann das Ruder herumreißen?

Ganz einfach: Durch Authentizität. Und Transparenz.

In einem solchen Fall (wie übrigens in unzähligen anderen Situationen auch) würde ich also einfach ganz ehrlich und transparent mit meinem Kind sprechen.

Und auch darin liegt ein großes Lernpotenzial. Dein Kind kann erleben,

  • wie du dein Verhalten reflektierst
  • dass wir im Nachhinein feststellen dürfen, dass wir vielleicht doch gern anders reagiert hätten
  • wie wir über unsere eigenen Gefühle sprechen, dem anderen unser Verhalten erklären und
  • uns, falls nötig, auch entschuldigen können.

So oder so ähnlich würde ich persönlich es formulieren:

Als du heute Nachmittag im Auto „XYZ“ gesagt hattest, hat mich das sofort getroffen. Ich habe dann zu dir „ABC“ gesagt, weil mich das im ersten Moment einfach total geärgert und ein bisschen traurig gemacht hat. Mir ist es wichtig, dass wir respektvoll miteinander umgehen. Ich weiß aber, dass du mir damit eigentlich nur sagen wolltest, dass … . Hab ich Recht? Aber ich hab dir heute Nachmittag gar nicht weiter zugehört. Das tut mir Leid.

Ich finde es gut und ganz wichtig, dass du mir sagst, wenn dich etwas ärgert oder stört oder du etwas brauchst. Und wie du dich fühlst. Du darfst mir immer alles sagen. Egal was. Und ich möchte dir immer zuhören, weil es mir wichtig ist, zu wissen, wie es dir geht. Und ich bin für dich da und helfe dir, wenn du mich brauchst.

Magst du mir nochmal erzählen, was bei dir los ist?

In einem solchen ehrlichen Moment nimmt dich dein Kind als Menschen wahr, der auch nicht unfehlbar ist – und auch das ist eine unbezahlbare Erkenntnis, die ganz nebenbei Nähe schafft.

Die wichtigste Botschaft also, die du deinem Kind mitgeben kannst, immer wenn es respektlose oder schockierende Dinge sagt, ist:

Du bist okay. Deine Gefühle sind okay. Meine Tür ist immer offen für dich und du darfst alle Gedanken mitbringen und sagen, was du denkst. Ich höre dir zu, verurteile und zensiere dich nicht. Und wir lernen. Gemeinsam.

kind sagt verletzende dinge

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2 Kommentare

  1. Hallo Susanne,
    ich denke, dass es Situationen gibt, in denen wir sagen dürfen und aus meiner Sicht müssen, „Stopp, du verletzt mit deinen Worten meine Gefühle oder die Gefühle eines anderen Menschen, bitte wähle andere Worte!“ Alles andere wäre meiner Ansicht nach nicht verantwortungsvoll. Die Kinder leben nicht nur in ihrer Familie, sie müssen auch in anderen Konstellationen zurechtkommen. Dafür ist es meiner Ansicht nach von Bedeutung, Zuhause Grenzen anderer Menschen kennengelernt zu haben. Ansonsten werden sie im Außen lernen müssen, dass es Handlungen und Worte gibt, die andere verletzen… Ich denke, dass die Familie der richtige Rahmen für den Beginn dieses Lernprozesses ist.
    Liebe Grüße
    Nora

    • Hej Nora!

      Oh, lieben Dank für dein wichtiges Feedback! 🙂

      Da stimme ich dir absolut zu. In manchen Situationen (z.B. in der Öffentlichkeit, wenn andere Menschen involviert sind) oder bei besonders verletzenden Worten darf und muss direkt eine Grenze gezogen werden. Das ist unsere Verantwortung, nicht zuletzt unserem Kind gegenüber. Keine Frage.

      Das wurde in meinem Abschnitt zum Thema Grenzen tatsächlich nicht ganz klar – denn es fehlte das wichtige Wörtchen „sofort“ bzw. direkt in der Situation. (Alles andere wäre in der Tat verantwortungslos und irgendwie auch… realitätsfern.)

      Das hab ich nun ergänzt, so dass es hoffentlich etwas klarer wird. Danke für den Hinweis!

      Was ich dabei aber wichtig finde: Wenn es nur bei dem (absolut legitimen) „Stopp, deine Worte verletzen mich (oder wen anders)“ bleibt, sollte etwas Wesentliches dabei nicht übergangen werden. Die Frage, warum mein Kind dieses oder jenes sagt. Also der Blick hinter die Worte. Dabei geht es mir eben auch darum, über das Thema Grenzen hinaus zu denken und dem Kind zuzuhören und anzuerkennen, was es denn eigentlich sagen wollte und warum. Ich denke nämlich, dass darin auch ein ganz großes Beziehungs- und Lernpotenzial liegt. ♥

      Liebe Grüße
      Susanne

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