Wut, Tränen, Angst: Wieviele eigene Emotionen dürfen Eltern vor ihren Kindern zeigen?

Eltern vor kindern Emotionen zeigen

Ich geb zu: Ich bin ein Mensch, der nah am Wasser gebaut ist. Egal, ob ich traurig, wütend, gefrustet oder einfach nur müde bin. Schlechte Laune sieht man mir auf 30 Metern Entfernung an. Und ja, manchmal mach ich mir Sorgen, die mich mit meinen Gedanken ganz weit weg tragen. 

Wie alle Menschen haben auch wir Eltern Gefühle und Stimmungen, die nicht immer Friede-Freude-Apfelkuchen sind. 

Hast du dich auch schon mal gefragt, wieviele eigene Emotionen du deinem Kind zeigen darfst?

  • Dürfen wir als Eltern vor unseren Kindern weinen?
  • Ist es okay, meinem Kind zu zeigen, wenn ich stinkwütend bin? Oder sollte ich mich besser zusammenreißen?
  • Sollte ich Traurigkeit, Sorgen und Ängste mit meinem Kind teilen?

All diese Fragen bewegen sich zwischen unserem Wunsch nach Authentizität und dem Bedürfnis, unsere Kinder vor emotionaler Last zu schützen. Zwischen Nahbarkeit und Rücksichtnahme. Zwischen Menschlichkeit und elterlichem Verantwortungsgefühl.

Die Antwort ist: Diese Dinge schließen einander nicht aus.

In diesem Artikel schauen wir, wie es funktionieren kann, dass

  • du authentisch und verantwortungsbewusst deine Emotionen zeigen und ausdrücken kannst, ohne dein Kind zu verunsichern,
  • du auf diese Weise Nähe zwischen dir und deinem Kind herstellen kannst,
  • dein Kind von dir lernt, wie es mit Gefühlen umgehen und sich regulieren kann.

Und wenn du doch einen Gefühlsausbruch vor deinem Kind hattest, der womöglich zu stark war, schauen wir, wie du damit umgehen kannst, dass dein Kind selbst daraus Wertvolles mitnimmt und ihr eure Beziehung unterm Strich stärken könnt.

Gefühle – überall und jeden Tag.

Lass mich mit einer kleinen Anekdote starten: Neulich bin ich Auto gefahren. Ja, ich weiß, an sich nix Wildes. Aber für mich als Quasi-Nie-Fahrerin schon. Denn bis dato hatte ich vier Jahre nicht mehr selbst hinter dem Steuer gesessen. Schon gar nicht allein mit zwei kleinen Kindern auf der Rückbank.

Mein fast vierjähriger Sohn fragte vorher noch, ob ich denn auch Auto fahren könne. „Ist zwar schon länger her, aber natürlich kann ich fahren!“, antwortete ich ganz zuversichtlich. 

Es hatte geschneit und die Umgebung war mir nicht vertraut. Es war nur eine recht kurze Strecke zu fahren. Ich fühlte mich etwas angespannt, aber guter Dinge. Zuerst Eis kratzen. Und dann ging es los.

Schon auf dem ersten Kilometer bog ich zweimal falsch ab, wäre fast zur Geisterfahrerin auf einer Einbahnstraße geworden und fand aufgrund einer Umleitung einfach nicht auf die richtige Strecke.

Glücklicherweise war die Stadt bis auf ein paar betagte und irritierte Fußgänger wie leergefegt. Ich musste wenden. Mehrmals. Und unterwegs ganz dringend ein stilles Örtchen für meinen Sohn finden. Kurz vorm Ziel hatte ich es dann tatsächlich geschafft, noch zweimal an der richtigen Straßeneinfahrt vorbeizufahren. (Das Wenden klappte dann immerhin ganz wunderbar.) Und als ich endlich mit hektischen Flecken am Hals und einer hübschen Verspätung am Ziel ankam, war ich bedient.

Oh. My. 

Ich wünschte, ich könnte jetzt schreiben, wie cool, souverän, humorvoll und vorbildlich ich mit meinen eigenen Gefühlen umgegangen bin. 

Stattdessen schimpfte ich über die Straßen, die alle gleich aussahen. Die fehlende Beschilderung. Meinen leeren Handyakku. Meine Planlosigkeit. Und wie sehr ich das Autofahren und solche Situationen… naja… nicht mag. 

Welche Gefühle hatte ich?

Nervosität, weil ich ein kleines bisschen Angst vor dem Fahren hatte? Yep. Wut über mich selbst. Frust. Peinlichkeit. Hektik. Stress.

Ein kleiner bunter Gefühlscocktail. 

Und meine Kinder mittendrin. 

Alle Gefühle sind normal.

Gefühle gehören zum Leben. Zum Menschsein. Die Frage aber ist: Wieviel unseres eigenen Menschseins können wir unseren Kindern zeigen, ohne dass wir von ‚zumuten‘ sprechen müssen?

„Bloß nicht vor den Kindern?!“

Eine beliebte Maxime aus früheren Zeiten. Klar, mit besten Absichten: Kinder nicht unnötig mit Emotionen verunsichern oder verstören – und Eltern ihre Gefühle besser für sich regeln lassen.

Aber wie sollen Kinder dann sehen, wie wir mit unseren Gefühlen umgehen?

Was Kinder von uns lernen, ist das, was sie von uns sehen können.

Es ist eine Sache, wenn du deinem Kind sagst: „Es ist okay, traurig, ängstlich oder wütend zu sein.“ Wenn du selbst aber keine Traurigkeit, Angst oder Wut zulässt oder deine Gefühle versteckst, dann wird es deinem Kind selbst schwer fallen, diese auszudrücken.

Ich weiß, die Meinungen dazu, wieviele „unangenehme“ Gefühle Eltern vor ihren Kindern offen zeigen sollten, gehen durchaus auseinander. Von möglicher Überforderung, Irritation und Verunsicherung ist dann meist die Rede.

Daran mag auch etwas Wahres dran sein.

Aber: Was ist, wenn ein Kind die Stimmungen der Eltern spürt, aber nie einen Ausdruck von Gefühlen sehen kann?

In einer Studie hat die Washington State University herausgefunden: Kinder nehmen unterdrückte Gefühle von Eltern auf. Wie kleine Seismografen. Und genau deshalb kommen die Wissenschaftler:innen zu der Empfehlung, Gefühle in Anwesenheit der Kinder lieber gesund auszudrücken, als sie zu überspielen oder unter den Teppich zu kehren. 

Was heißt denn nun aber „gesund ausdrücken“?

Gefühle zeigen, Selbstregulation vorleben

Es gibt einen Unterschied zwischen Gefühlen zeigen und Kontrollverlust. Mit den eigenen Emotionen authentisch zu sein, ist natürlich kein Freifahrtschein dafür, ungehemmt loszuschreien oder sich völlig zu vergessen.

Gefühle vor einem Kind offen zu zeigen bedeutet aber auch nicht automatisch, es zu belasten oder zu überfordern. Denn wenn Kinder von Anfang an lernen, dass Gefühle normal und okay sind, fällt ihnen der Umgang mit Emotionen leichter.

Um ein gutes Vorbild für unsere Kinder zu sein, brauchen wir als Eltern eine zentrale Fähigkeit: Selbstregulation. Sie ist wie ein Muskel, der trainiert werden kann. Selbstregulation hilft dir:

  • deine Emotionen unter Kontrolle zu halten,
  • impulsiven Handlungen zu widerstehen,
  • so zu handeln, dass deine langfristigen Ziele und das Wohl deines Kindes im Vordergrund stehen,
  • dich (d.h. dein Nervensystem) zu beruhigen, wenn du wütend oder aus dem Gleichgewicht bist.
Eltern weinen vor kindern

Auf diese Weise können wir unseren Kindern einen gesunden Umgang mit Gefühlen vorleben – eine der wichtigsten Kompetenzen fürs Leben: Die eigenen Gefühle wahrnehmen. Zulassen. Spüren. Ausdrücken. Regulieren. Reflektieren.

Eine weitere Fähigkeit, die wir in Gefühlsmomenten gut vorleben können, ist es, unsere Gefühle und Bedürfnisse in Worte zu fassen:

Ich bin gerade ein bisschen frustriert/sauer/gestresst, weil XYZ… Ich brauche jetzt mal einen kurzen Moment Ruhe. Dann geht es mir gleich wieder besser.“

Lass dein Kind also wissen, was du tust, um deine Situation zu verbessern.

Einen gesunden Umgang mit Gefühlen können wir einem Kind allerdings kaum mit Worten nahebringen. Wie bei allem sind wir – du ahnst es vielleicht – ihre Vorbilder.

Also: Her mit den Emotionen!

Dürfen Eltern vor ihren Kindern weinen?

Ich persönlich halte nichts davon, Kindern vorzugaukeln, alles wäre super, wenn es das einfach nicht ist.

Kinder haben ein sehr feines Gespür für Mamas und Papas wahres Befinden. Werden Gefühle überspielt, steht für das Kind ein schwer zu ertragender Widerspruch im Raum: zwischen dem, was es selbst fühlt und wahrnimmt („Mama oder Papa geht es irgendwie gar nicht gut“) und dem, was es von den Eltern gesagt oder vorgespielt bekommt („Ist doch nix… alles gut. Die Welt ist rosarot und schön.“).

Deshalb denke ich: Wenn wir uns danach fühlen, dürfen wir weinen. Und unsere Kinder dürfen unsere Tränen auch mal sehen. Denn Weinen ist menschlich und okay.

Eltern vor kindern weinen

Emotionen kindgerecht erklären

Wichtig ist es in meinen Augen, mit dem Kind über das Weinen und die eigenen Gefühle zu sprechen. Kindgerecht. Das ist eine wichtige Lernerfahrung. In solchen Situationen kannst du einfach erklären, dass du traurig (frustriert, überreizt…) bist und deshalb weinst. Dass es dir nach dem Weinen besser geht. Und dass alles wieder gut wird. Vielleicht bist du sogar in der Lage, kurz einen ermutigenden Augenkontakt zu deinem Kind aufzubauen, der ihm die Sicherheit gibt, dass alles unter Kontrolle ist und die Welt nicht unter geht.

Und wenn unsere Tränen unser Kind doch verunsichern?

Sicher, Kinder nehmen das Weinen der Eltern je nach Situation ganz unterschiedlich auf. Wenn dein Weinen für dein Kind in dem Moment doch belastend oder irritierend ist: Nimm es in den Arm. Versichere deinem Kind, dass du traurig über XYZ bist und deshalb weinst. Dass du dich gleich ausgeweint hast und es dir dann besser gehen wird. Wenn dein Kind aus irgendeinem Grund denken könnte, schuld an deinen Tränen zu sein, versichere ihm, dass es nicht so ist und dass jeder manchmal einfach weinen muss.

Diese Art des Vorlebens gibt unseren Kindern Sicherheit, ihre ganze Bandbreite an Emotionen zu fühlen.

dürfen Eltern vor ihren kindern weinen
Wenn Eltern vor Kindern weinen: Wie du über deine Emotionen sprechen kannst

Wenn du allerdings täglich weinen musst, ist es ein Zeichen von Überlastung. Schau dann, dass du Unterstützung findest, damit du dich deinen Gefühlen und dir selbst zuwenden kannst. Jemanden zur Entlastung im Alltag und/oder jemanden, der dir auf emotionaler Ebene helfen kann. Der Schritt, sich in belastenden Situationen Hilfe zu suchen, hat Vorbildcharakter.

Unterm Strich denke ich: Das Wichtigste, was wir Kindern in Bezug auf unangenehme oder beängstigende Emotionen vorleben können, ist:

  • dass wir mit ihnen umgehen können
  • und dass Gefühle wie Wut, Angst oder Traurigkeit nicht bedrohlich sind.

Wieviel Wut dürfen Eltern gegenüber ihren Kindern zeigen?

Mit unserer Wut ist es allerdings so eine Sache. Sicher: Wut ist etwas Natürliches und du darfst sie fühlen. Aber hier müssen wir ganz klar unterscheiden zwischen Fühlen und Verhalten.

Sich wütend zu fühlen ist in Ordnung. Die eigene Wut am eigenen Kind auszulassen hingegen nicht. 

Das gilt doch auch für unsere Kinder: Wir wollen ihnen beibringen, dass es in Ordnung ist, wütend, traurig oder eifersüchtig zu sein. Aber dass es eben nicht in Ordnung ist, jemanden zu schlagen, zu beleidigen oder anzuschreien. 

Zum Thema „Gewaltfreie Kommunikation (GfK) mit Kindern“ werde ich in Kürze einen eigenen Blogartikel schreiben. Du möchtest keinen neuen Artikel verpassen? Dann melde dich gern für meinen Newsletter an!

Es ist ein großer Unterschied, zu sagen:

  • „Ich bin wütend auf dich, weil DU…!
  • Oder: „Ich bin wütend, weil XYZ passiert ist. Ich muss mich jetzt erstmal beruhigen. Danach werden wir darüber sprechen.

Kinder sind darauf ausgerichtet, uns zu gefallen, weil sie nur so überleben können. Es ist für sie beängstigend, wenn ihre Bezugspersonen, auf die sie angewiesen sind, explizit auf sie wütend sind. Das versetzt ein Kind in Stress. Und wozu führt Stress bei einem Kind? Zu impulsiven Handlungen, die wiederum oft unsere Genervtheit und Wut verstärken können. Und dann findet ihr euch in einem ganz schädlichen Kreislauf wieder.

Wenn dein Kind aus einer impulsiven Handlung heraus etwas getan hat, das dich triggert und du vor Wut in die Luft gehst, hat dein Kind also zusätzlich zu seinem eigenen Stress auch noch mit deinem Ausbruch umzugehen – und mit der Unsicherheit, ob es noch geliebt wird.

Der ungefilterte Ausdruck von Wut deinem Kind gegenüber ist also nicht wirklich hilfreich. 

Wenn wir dann aber auch mal näher schauen, was Wut eigentlich ist, wird die Sache mit der Authentizität schwieriger.

Denn genau genommen ist Wut nicht authentisch, denn sie ist nicht die ganze Wahrheit. Wut ist eine Abwehrreaktion unseres Körpers auf Angst, Ohnmacht, Trauer oder andere aufwühlende Emotionen.

Würdest du also wirklich authentisch mit deinem Kind sein, würdest du es nicht vor Wut anschreien, wenn es sich z.B. weigert, die Wäsche aufzuheben, die es zuvor wild auf dem Boden verteilt hat.

Nein. Dann müsstest du die dahinter liegende Wahrheit zugeben:

„Ich habe Angst, dass du dich so verhältst. Dass es immer schlimmer wird und ich es einfach nicht in den Griff bekomme. Dass du mit so einem nicht-kooperativen (asozialen) Verhalten bei anderen Menschen Ablehnung erfahren wirst. Dass du ein egoistischer Mensch ohne Freunde wirst. Weil ich an irgendeiner Stelle versagt haben könnte. Ich fühle mich machtlos, dich dazu zu bringen, die Wäsche aufzuheben. Ich fühle mich nicht ernst genommen! Und ich habe Angst, dass du in ein unglückliches Leben hinein segeln könntest.“

Aber sowas im Namen der Authentizität zum Kind sagen?! Besser nicht.

Denn authentisch zu sein, heißt nicht, ungefiltert die eigenen Emotionen beim Kind abzuladen – sondern Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen, sie zu fühlen, dich selbst zu regulieren und last but not least: mit deinem Kind darüber sprechen.

Sollten wir Ängste und Sorgen mit unseren Kindern teilen?

Ängste sind ein ebenso sensibles Thema. Denn: Wie oft sind unsere Ängste wirklich rational und begründet?

Grundsätzlich ist die Angst ja ein überlebenswichtiges Gefühl: Sie schützt uns vor Leichtsinn und lässt uns aufmerksamer handeln. Eine ureigene Schutzfunktion, wenn im Wald plötzlich ein riesiges Wildschwein vor uns steht oder wir an einer vielbefahrenen Straße stehen.

Aber was ist mit diffusen Ängsten? Ängsten, nicht gut genug zu sein? Versagensängsten? Oder der Angst vor möglichen Erkrankungen? Spinnenphobien? Existenzängsten?

Hier finde ich es wichtig, sich zu fragen:

  • Wie real ist diese Angst? Warum habe ich diese Angst?
  • Welche Rolle spielt diese Angst in meinem und unserem Alltag?
  • Welche Relevanz hat sie für mein Kind?
  • Ist meine Angst für mein Kind spürbar?
  • Inwieweit hilft es meinem Kind, wenn ich diese Angst mit ihm teile?
  • Und falls ich zu dem Schluss komme, meine Angst mit meinem Kind zu teilen: Wie kann ich mit meinem Kind über meine Angst sprechen, ohne wiederum Ängste in meinem Kind auszulösen oder meine Angst auf mein Kind zu übertragen?

Angst sollte dennoch kein Tabuthema sein. Auch sie ist Teil des Lebens.

Ich denke nur, es ist sehr wichtig, dieses Thema sehr bewusst und feinfühlig anzugehen. Mit dem Kind (reflektiert und kindgerecht) über eigene Ängste zu sprechen, bietet sich in der Rückschau und anhand konkreter Situationen gut an.

„Als ich heute Auto gefahren bin, war ich vorher sehr aufgeregt. Ich hatte ein kleines bisschen Angst, dass ich es vielleicht nicht mehr so gut können würde. Ich war dann ganz vorsichtig. Als ich dann aber eine Weile gefahren bin, hab ich gemerkt, dass es eigentlich sehr gut klappt. Dann war meine Angst weg.

Eine andere emphatische und ermutigende Art, mit deinem Kind über Angst zu sprechen: Du teilst mit deinem Kind Ängste, die du als Kind ähnlich erlebt hast wie dein Kind heute.

Oder du nutzt (wahre) Analogien aus deinem Erwachsenenleben: Während der Eingewöhnung meines Sohnes in eine neue Kita z.B. habe ich ihm von meinen Gefühlen an meinen ersten Arbeitstagen in einem neuen Job erzählt. Mit der Botschaft: Es ist normal, Angst zu haben und sich unsicher zu fühlen.

Achtsam authentisch und nahbar sein

Ich persönlich bin also generell für Authentizität und Nahbarkeit als Eltern. Wir zeigen Emotionen und lassen unsere Kinder an unseren Gefühlen und unserem Umgang damit teilhaben.

Beziehung funktioniert auf der Basis von Authentizität.

Aber: bewusst und reflektiert.

„Achtsam authentisch“ sein halte ich hier für einen treffenden Ausdruck. Denn es geht um mehr als Nähe und Authentizität. Es geht darum, unseren Kindern Achtsamkeit und Selbstregulation vorzuleben, sie nicht zu überfordern und ihnen wichtige Botschaften zu vermitteln:

  • Jeder Mensch hat Gefühle und darf sie fühlen und ausdrücken. 
  • Alle Gefühle sind normal und gehören zum Leben auch die unangenehmen.
  • Sie sind nichts Bedrohliches.
  • Gefühle kommen und gehen wieder. 
  • Fühlen hilft, dass das Gefühl sich auflöst.
  • Gefühle sollten wir nicht wegschieben.
  • Weinen hilft mir, mich besser zu fühlen.
  • Probleme lassen sich lösen.
  • Ich bin nicht allein.

Mit den Kindern die eigenen Emotionen reflektieren

Um meine kleine Anekdote von der Autofahrt zum Abschluss zu bringen: Wie bin ich nun mit meinem Gefühlsausbruch umgegangen?

Zugegeben, die Situation selbst war ja nicht schlimm. Ich war in dem Moment einfach ziemlich genervt und unentspannt und hab es nicht verbergen oder filtern können. Das verbuche ich unter: Das Leben, wie es manchmal eben ist.

Dennoch wollte ich diese Situation am Abend kurz aufgreifen. Mit etwas Abstand und Humor habe ich mit meinen Kindern ganz ehrlich über die Situation und meine Gefühle gesprochen und ihnen erklärt:

„Heute bin ich ja nach sehr langer Zeit mal wieder selbst Auto gefahren. Das war aufregend für mich. Ich war vorher ein bisschen nervös. In meinem Bauch hat es gekribbelt und ich konnte gar nicht ruhig sitzen. Ich hab gehofft, dass ich die Fahrt gut schaffe. Dann sind wir losgefahren. Und das ging wirklich gut! Es war viel einfacher, als ich dachte. Aber wie oft wir dann falsch abgebogen sind! Und als die Straße gesperrt war… Ich kannte mich überhaupt nicht aus. In dem Moment hat mich das RICHTIG geärgert. Ich dachte, ich würde den richtigen Weg einfach nicht finden… Und dann bin ich WIEDER vorbeigefahren. Und WIEDER… Hihi, oh weh.

Jetzt kann ich darüber lachen. Vorhin war ich aber wirklich frustriert. Das habt ihr ja gemerkt… Oh Mann. Ich denke, beim nächsten Mal werde ich mein Handy aufladen und dann mit Navi fahren, damit ich nicht umherirren muss. Ja, manchmal fühlt man sich in einer Situation – so wie ich heute beim Autofahren – nicht gut und ärgert sich total. Puh. Als wir dann angekommen sind, hab ich erstmal ganz tief durchgeatmet und mich beruhigt. Dann ging es mir besser und es war wieder okay und vorbei. Sowas kommt manchmal vor. Wart ihr auch schon mal so aufgeregt wie ich heute?

Soll heißen: Mama ist ein Mensch. Mama fühlt. Mama zeigt sich. Mama beruhigt sich. Mama lernt. Mama lacht, wenn es harmlos war. Mama teilt.

(Und Papa hoffentlich auch… Zwinker-zwinker.)

erziehen ohne schreien

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