Ein gelungener Start ohne Eifersucht – Wie du den Grundstein für eine gute Beziehung zwischen deinen Kindern legst

Wie du eine gute Beziehung zwischen deinen Kindern von Anfang an fördern kannst

Es ist die Idealvorstellung schlechthin für Eltern, die sich für ein zweites Kind entscheiden: Die Geschwisterkinder werden Verbündete. Freunde fürs Leben. Sie spielen miteinander, lernen voneinander, gehen gemeinsam durch Dick und Dünn, halten zusammen wie Pech und Schwefel und… nein, keine weitere abgegriffene Floskel. Du weißt, worauf ich hinaus möchte.

Eine Geschwisterbeziehung ohne Rivalität oder Eifersucht. Und das bis ins Erwachsenenalter.

Wenn du dich fragst, wie du deine Kinder in den ersten Monaten nach der Geburt deines zweiten Babys dabei unterstützen kannst, von Anfang an eine gute Beziehung aufzubauen, können dir diese 7 Tipps helfen:

1. Lade dein älteres Kind ein, dir bei der Versorgung des Babys zu helfen und schenke ihm Anerkennung für seine Hilfe.

„Oh, warum weint deine kleine Schwester? Lass uns mal schauen, was wir machen können, damit sie wieder zufrieden ist… Du hattest recht – sie brauchte eine frische Windel. Schau mal, jetzt weint sie nicht mehr. Sie freut sich, dass du ihr hilfst, wenn sie etwas braucht.“

Ein ganz klassischer Tipp ist es auch, das ältere Kind eigene Aufgaben bei der Versorgung des Babys übernehmen zu lassen. Kinder lieben es, zu helfen: beim Windelwechseln die Spieluhr aufziehen, dem Geschwisterchen Söckchen an- und ausziehen oder die Krabbeldecke auf dem Boden ausbreiten. Hier lernt dein älteres Kind, Fürsorge und Verantwortung zu übernehmen und erlebt sich als hilfreiche Unterstützung. 

2. Gemeinsame Zeit zum Kuscheln und Bonding fördern eine gute Beziehung zwischen den Geschwisterkindern.

Es ist bekannt, dass beim Kuscheln (ebenso wie beim Stillen) bei Mama oder Papa und Kind das Bindungshormon Oxytozin ausgeschüttet wird. Wenn du zum Bonding oder Kuscheln mit deinem Neugeborenen dein älteres Kind dazu holst und ihr gemeinsam kuschelt, wird das Hormon auch bei ihm ausgeschüttet. Dies ist ein ganz natürlicher bzw. biologischer Weg, eine Basis für eine starke Bindung zwischen den Kindern zu schaffen. Gleiches passiert übrigens bei gemeinsamem Lachen. 

3. Ermutige dein Kind, das Baby zum Lachen zu bringen.

Babys lieben es, wenn ihre älteren (Geschwister-)Kinder für sie Quatsch machen. Wenn dein Baby lächelt und lacht, mach dein Kind darauf aufmerksam, wie sehr das Baby sein Geschwisterkind mag. Damit schenkst du beiden Kindern schöne Momente und dir selbst im Übrigen auch. Sehr bald werden deine Kinder ihre ganz eigenen gemeinsamen Späßchen machen.

4. Hilf deinem Kind sanft, den Umgang mit dem Baby zu lernen.

Wenn das gesungene Schlaflied viel zu laut, die liebevolle Umarmung zu stürmisch oder der Apfel als Snack für das Neugeborene leider kaum hilfreich sind, kannst du deinem älteren Kind sanft helfen, den Umgang mit dem Baby zu lernen. Schlag deinem Kind vor, das Baby zu streicheln, statt zu singen. Oder eine vorsichtige Umarmung mal mit der Puppe zu üben. Oder den Apfel nur zu zeigen, statt ihn dem Baby in den Mund stecken zu wollen. Auf diese Weise fühlt sich dein Kind ermutigt und nicht vor den Kopf gestoßen, wenn seine lieb gemeinten Kontaktversuche noch unbeholfen sind.

5. Rede über die Gefühlslage beider Kinder, jeweils vor dem anderen.

„Schau mal, wie fühlt sich unser Baby gerade? Was meinst du, können wir tun, um ihm zu helfen?“ (Natürlich ist es immer am besten, das Baby bei seinem Namen zu nennen.)

Dies funktioniert auch umgekehrt. Wenn du in Anwesenheit deines älteren Kindes mit dem Baby über die Gefühle und Bedürfnisse des großen Geschwisterkindes sprichst: 

„Dein Bruder ist gerade ein bisschen traurig. Ich glaube, er muss mal ganz fest in den Arm genommen werden. Er braucht auch Zeit mit der Mama.“ 

Wird dein Baby verstehen, wovon du sprichst? Irgendwann ja. In allererster Linie wird es aber deinem älteren Kind dabei helfen zu sehen, dass seine Bedürfnisse genauso wichtig sind wie die des Babys. Gefühle anzuerkennen und zu benennen, erhöht die emotionale Intelligenz aller Familienmitglieder. Ganz nebenbei förderst du auf diese Weise die Empathie deiner Kinder.

6. Jedes Kind muss mal warten.

Wenn dein Baby zufrieden ist und dein älteres Kind Unterstützung benötigt, sprich in Anwesenheit oder Hörweite deines Kindes mit deinem Baby: 

„Jetzt ist dein großer Bruder dran; ich helfe ihm eben, die Jacke anzuziehen. Du wartest bitte einmal kurz.“ 

So erlebt dein Kind Fairness und wird noch eher Geduld zeigen, wenn es dann selbst warten muss, während du seinem kleinen Geschwisterchen hilfst.

7. Selfcare – Kümmere dich um dein eigenes Wohlbefinden und Gleichgewicht.

Dieser letzte Tipp gehört auf die Prioritätenliste nach oben. Es ist für alle Eltern ein Muss: Selbstfürsorge. Zeit für sich. Ernsthaft.

Das Elternsein gehört zu den anspruchsvollsten Jobs überhaupt. 24/7… aber wem sag ich das?! Deine Kinder sind emotional von dir abhängig. Ohne deine Hilfe können sie sich (noch) nicht selbst regulieren. Bei aller Verantwortung, die du für die Kleinen trägst, bist du nicht minder für dein eigenes Wohlbefinden verantwortlich. Nur wenn es dir selbst gut geht, kannst du deinen Job als Mama oder Papa gut erfüllen. Tag für Tag. Und geht es dir gut, geht es deinen Kindern auch gut.

Sorge dafür, dass dein Tank voll ist und deine eigenen Bedürfnisse befriedigt. Denn eine gesunde Beziehung zwischen Geschwistern zu unterstützen, erfordert auch und vor allem, dass du selbst in Balance bist. 

Ich persönlich habe diesen Tipp leider viel zu oft nach unten priorisiert. Fatal. Heute versuche ich, mich zu disziplinieren, auch mal an mich zu denken. Ein wirklicher Game Changer. Denn letztlich sind wir im Umgang mit uns selbst auch Vorbilder für unsere Kinder.

Bei unseren Kindern haben sich diese Tipps absolut bewährt. Du musst natürlich nicht alle ausprobieren oder genau wie beschrieben anwenden. Wie immer: Schau, was für dich und deine Familie passt. Wandle sie ab und stell dir deine eigene Strategie zusammen. Probiere aus, was dir machbar und sinnvoll erscheint. Und genieße die Momente wachsender Liebe zwischen deinen Kindern.

Wie du Rivalität zwischen deinen Kindern verhindern und mit Streit zwischen Baby und Kleinkind konstruktiv umgehen kannst – darüber werde ich in Kürze einige Artikel schreiben. Du möchtest keinen neuen Artikel verpassen? Melde dich für meinen Newsletter an!

Hast du weitere Ideen, die du an dieser Stelle teilen möchtest? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Buchtipps:

Dr. Laura Markham: Peaceful Parent, Happy Siblings. How to Stop the Fighting and Raise Friends for Life*

Nicola Schmidt: Geschwister als Team. Ideen für eine starke Familie

Danielle Graf & Katja Seide: Das gewünschte Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: Das Geschwisterbuch*

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